Apple kommt sieben Jahre zu spät. Und verlangt 780 Euro mehr als der Marktführer.

RG

Sep 09, 2026Von Roland Goschke

Gestern Abend hat Apple sein erstes faltbares iPhone vorgestellt. Das iPhone Duo kostet in Deutschland 2.299 Euro (1.999 $ in USA), und an diesem Preis ist etwas deutlich bemerkenswerter als seine Höhe.

Apple betritt diesen Markt nämlich als Allerletzter. Samsung hat sein erstes Foldable auf den Tag genau sieben Jahre vorher ausgeliefert, Huawei und Xiaomi verkaufen ihre Klappgeräte ebenfalls seit Jahren, und ein Galaxy Z Fold 8 steht aktuell ab etwa 1.519 Euro im Regal. Dem Xiaomi 18 Fold sieht das Duo obendrein zum Verwechseln ähnlich. Trotzdem legt Apple seinen Einstiegspreis rund 780 Euro über den Marktführer.

In meinen Erstgesprächen höre ich ständig eine Logik, nach der das gar nicht gehen dürfte. Sie lautet: Der Markt ist doch besetzt, die anderen machen das seit Jahren, also komme ich nur über einen niedrigeren Preis rein. 

Mit diesem Satz im Kopf startet fast jeder Freelancer, und viele tragen ihn auch nach zehn Jahren noch mit sich herum, spätestens dann wieder, wenn sie in ein neues Feld wie die KI-Beratung wechseln und dort schon Anbieter sitzen.

Apple hält von dieser Logik erkennbar nichts, und zwar aus einem einfachen Grund: Die Kunden vergleichen am Ende kein Foldable mit einem anderen Foldable. Sie kaufen das Paket aus Marke und Ökosystem, dazu das Vertrauen, dass die Sache im Alltag funktioniert, und für dieses Paket gibt es für sie keinen Ersatz. 

Apple hat eine derart scharfe Positionierung, dass sie eine eigene Kategorie sind. Dann ist der Preis nicht wirklich relevant.

Der späte Einstieg schadet dabei nicht einmal, denn die Konkurrenz hat den Markt sieben Jahre lang erklärt, die Kinderkrankheiten der Falttechnik auf eigene Rechnung ausgebügelt und die Zahlungsbereitschaft sichtbar gemacht. Apple erntet halt ein bestelltes Feld.

Wer spät kommt, muss deutlicher sein, aber sicher nicht billiger.

Für Dich gilt dieselbe Mechanik. Wenn Du heute in die KI-Beratung einsteigst, sitzen dort schon hunderte Anbieter, und das ist eine gute Nachricht, denn Deine Kunden wissen dank dieser Anbieter bereits, dass sie das Thema angehen müssen. 

Die Aufklärungsarbeit ist bezahlt. 

Was fehlt, ist ein Angebot, das für eine bestimmte Sorte Kunde erkennbar besser passt als alles andere, etwa weil Du ihre Branche von innen kennst, und dieses Angebot bepreist Du nach seinem Wert und nicht nach dem Alter Deines Gewerbescheins.

Zum Schluss mache ich mal eine Behauptung für Dich zum Dagegenhalten: Der Einsteiger-Rabatt ist der teuerste Fehler der Selbstständigkeit. Wer neu in einem Markt mit Kampfpreisen startet, sammelt vor allem die falschen Kunden ein, und die wird er so schnell nicht wieder los.

Wenn Du mit niedrigen Preisen gestartet bist und es anders erlebt hast, erzähl mir Deine Geschichte in einer email an mich. Ich lese jede Nachricht!

Oder melde Dich hier an zu meinen Preis- und Verhandlungs-News für mehr wertvolle Tips.